Imkern auf Probe

Der Imkerverein Freilassing und Umgebung e.V. startet am 5. April mit der Ausbildung „Imkern auf Probe“.

Der Kurs findet jeden Dienstag um 17 Uhr am Lehrbienenstand Eichetwald statt.

Anmeldung bitte unter 08654/7794890 oder per Email an schriftfuehrer(ät)imker-freilassing.de

Maximale Teilnehmerzahl: 10 Plätze!
Vor der Imkerausbildung sollte die 2tägige Anfängerschulung besucht werden.

Freilassinger Realschulen fliegen auf Bienen

Sebastian Fial, Lehrer an der Realschule im Rupertiwinkel, und Jens Emmert, Lehrer an der Erzbischöflichen Mädchenrealschule Franz von Assisi Freilassing, wollen an den beiden Freilassinger Realschulen die Haltung von Bienen durch Schülerinnen und Schüler ermöglichen. Das Imkern an Schulen ermöglicht den Kindern einen unmittelbaren Zugang zur Natur. Schülerinnen und Schüler können mit allen Sinnen die Vorgänge im Bienenvolk erleben und über den Jahreslauf beobachten. Gleichzeitig erkennen sie die vielfältigen Zusammenhänge des heimischen Ökosystems. Gleichzeitig sind handwerkliche Kompetenzen beim Bau und dem Herrichten von Beuten oder bei der Verarbeitung von Wachs gefragt. Und selbstverständlich spielt auch die Ernte, Verarbeitung und schließlich Vermarktung von Honig eine wichtige Rolle. So wird Bezug zur Produktion von landwirtschaftlichen Produkten hergestellt und ein Gespür für die Wertigkeit von Lebensmitteln geschult.
Beide Lehrer wendeten sich mit ihrer Idee an den Imkerverein Freilassing und Umgebung e.V. Hier nehmen sie nun an dem Programm „Imkern auf Probe“ teil. Der 1. Vorsitzende des Vereins, Stefan Ammon, überreichte beiden Lehrern je ein Bienenvolk sowie einen Ordner mit Imkergrundwissen zum Start in das Imkerleben. Traditionell achte der Imkerverein Freilassing durch die Beschaffung von hochwertigen Zuchtköniginnen auf Sanftmut der Bienen, so Ammon. Damit sei ein angstfreier Zugang und ruhiges Arbeiten mit Schülerinnen und Schülern möglich. Er versicherte, dass der Imkerverein auch weiterhin den beiden Schulen mit Rat und Tat zur Seite stehen werde. So stünde der gesamte Lehrbienenstand mit Honigverarbeitungsraum und einer Vielzahl an imkerlichen Geräten sowie Ausbildungsmaterial zur Verfügung. Der 2. Vorsitzende Wolfgang Kerschl begleitet die Realschullehrer nun durch das Bienenjahr und vermittelt ihnen die nötige Fachkenntnisse in praktischer Arbeit an den Bienenvölkern. Bereits bei den ersten Terminen konnte er den Neulingen auch schon viele Erfahrungen und Tipps für die Arbeit mit Kindern an Bienen mitgeben. Wolfgang Kerschl, selbst Lehrer an der Grundschule Freilassing, initiierte vor einigen Jahren eine Imker-AG am Schülerforschungszentrum BGL. Herr Fial und Herr Emmert erhalten somit ein Rundumpaket aus fundierter imkerlicher Ausbildung und pädagogischen Tipps gepaart mit der entsprechenden technischen Ausstattung für einen gelungenen Start des Imkerns an den Freilassinger Realschulen.

Erfreuliche Ergebnisse bei der Honigprüfung

Durch die Corona-Pandemie war das Vereinsleben des Imkervereins Freilassing und Umgebung e.V. im Jahr 2020 sehr eingeschränkt. Doch die Arbeit mit den Bienen konnte und musste weitergehen. „Nur wer regelmäßig seine Bienenvölker besucht, kontrolliert und gegebenenfalls eingreift, kann Honig ernten und sich an einem gesunden und vitalen Bienenvolk erfreuen“, erläuterte 1. Vorsitzender Stefan Ammon.

So wurden am Lehrbienenstand Eichetwald 10 Bienenvölker gepflegt und betreut. Leider war das Jahr 2020 aber in Bayern und Österreich kein gutes Honigjahr. So konnte im Mai zwar im neuen Honigverarbeitungsraum seit langer Zeit wieder eine zufriedenstellende Menge Frühtrachthonig geerntet werden, doch die in Freilassing üblicherweise sehr starke Sommertrachternte im Juli beschränkte sich auf wenige Kilogramm Honig pro Volk.

Dennoch schickte Stefan Ammon wie jedes Jahr Proben der Honige zur Untersuchung an den Tiergesundheitsdienst Bayern.

Dabei wurde festgestellt, dass sowohl der Frühtrachthonig, als auch der Sommertrachthonig den gesetzlichen Vorgaben voll entsprechen. Bei beiden Honigen konnten keine Rückstände von Bienenarzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln und Pyrrolizidinalkaloide (PA) festgestellt werden. Bei Pyrrolizidinalkaloiden handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die von einigen Pflanzen als Abwehrstoff gegen Verbiss gebildet werden. Bekannt ist zum Beispiel das giftige Jakobskreuzkraut oder der Gewöhnliche Natternkopf. Da sie gesundheitsschädigend sind, sind sie in Lebensmitteln unerwünscht. Auch das in den Medien immer wieder präsente Glyphosat und die Neonicotinoide sind im Honig vom Lehrbienenstand nicht nachweisbar.

Der Imkerverein Freilassing und Umgebung e.V. freut sich über diese guten Ergebnisse.

Sparkassenbienen arbeiten weiter

Auch wenn das wirtschaftliche Leben momentan heruntergefahren ist, arbeiten die Sparkassenbienen unvermindert weiter.
Auf der Stockwaage ist deutlicher Honigeintrag zu erkennen und rund um den Lehrbienenstand duftet es schon köstlich nach dem süßen Gold.
Um für die Zukunft auch weiter sanftmütige und varroatolerante Bienen für die Sparkasse und die Imker im Raum Freilassing zur Verfügung stellen zu können, holte 1. Vorsitzender Stefan Ammon diese Tage eine hochwertige, geprüfte Bienenkönigin vom staatlichen Bienenprüfhof Kringell in Niederbayern, die ursprünglich aus Thüringen stammt.

  

 

Biotop am Lehrbienenstand

Für Amphibien und wasserliebende Insekten wurde in Absprache mit dem Forst von Vereinsmitgliedern neben dem Lehrbienenstand ein Biotop erstellt.

Auch unsere Honigbienen finden dort das benötigte Wasser, um Futter zu lösen oder den Bienenstock zu kühlen.
Gespeist wird der zukünftige Lebensraum über das Dachwasser des Lehrbienenstands.

Der Frühling startet durch

Unsere Bienen fliegen nun schon auf die nächste wichtige Futterpflanze, die Salweide. Einige Arten der Salweide bilden schon jetzt dicke Kätzchen aus, die nun gelb erblühen. Der aufmerksame Beobachter erkennt, wie der gelbe Pollen in sogenannten Pollenhöschen an den Hinterbeinen der Biene gesammelt wird.

Schwer beladen fliegen die Arbeiterinnen zum Stock zurück.

Auf der Stockwaage ist allerdings an der immer noch abfallenden grünen Linie zu erkennen, dass das jetzt gesammelte Futter noch nicht für die Ernährung des Volks ausreicht. Die Bienen sind immer noch auf das Winterfutter, angewiesen, das letztes Jahr eingelagert wurde.

Frühlingserwachen am Lehrbienenstand

Gelb leuchten von weitem im Freilassinger Umland die Haselnusssträucher.
Nähert man sich, nimmt man ein Summen wie vor einem Bienenstock wahr. Die Bienen sammeln dort fleißig Pollen, der eigentlich gar nicht für sie gedacht ist, weil die Haselnuss vom Wind bestäubt wird. Mit dicken Pollenhöschen an den Hinterbeinen kehren die Arbeiterinnen dann heim. Der Pollen ist für die nun immer größer werdende Brut eine willkommene Eiweißnahrung, zumal die Palmkätzchen, die ebenso reichen Pollen liefern, noch nicht voll blühen.

Auch an Schneerosen, den ersten Krokussen und Huflattich finden die Bienen jetzt Nahrung.

 

 

 

In vielen Pfützen, in feuchter Erde oder an flachen Ufern kann man  Bienen erkennen, die Wasser sammeln und vollgepumpt zum Stock zurückfliegen. Damit wird fest gewordenes Winterfutter gelöst, umgetragen und gefressen.

   

Die Imker sind nicht untätig. Im Lehrbienenstand werden in die in den letzten Wochen hergestellten Rähmchen Mittelwände aus Bienenwachs eingelötet. So kann der Imker den Bienen später ein Grundgerüst für den Wabenbau vorgeben. Er beeinflusst so auch, was im Bienenvolk wohin gebaut wird.

Winterliche (Un)ruhe am Lehrbienenstand

Am Lehrbienenstand sieht man zwar momentan kaum Bienen. Diese halten sich über den Winter vorwiegend im Stock auf und wärmen sich gegenseitig durch Bewegung der Flugmuskulatur. Nur an sonnigen warmen Tagen fliegen sie aus und erledigen Reinigungsarbeiten.
Doch die Imker sind auch im Winter fleißig. Es gilt Rähmchen zu nageln, zu drahten und zu spannen. Im neuen Jahr werden diese schließlich mit selbstgepressten Mittelwänden versehen, damit sie fertig zur Verfügung stehen, wenn sie im Frühjahr gebraucht werden.

Gelungene Einweihungsfeier

Zahlreiche Ehrengäste fanden sich zu der Einweihungsfeier unseres umgebauten Lehrbienenstandes ein. So konnte Vorsitzender Stefan Ammon Landrat Georg Grabner, 3. Bürgermeisterin Margitta Popp, den Präsidenten des LVBI Stefan Spiegl, den Bezirkspräsidenten Sepp Reithmeier, Landesobmann Wilhelm Kastenauer aus Salzburg, Amtsveterinär Dr. Matthias Popp, den Leiter der Verwaltungsstelle der Biosphärenregion Dr. Peter Loreth sowie zahlreiche Vertreter von Imkervereinen aus Oberbayern begrüßen. Auch unsere Unterstützer, Sponsoren und Partnerfirmen machten sich ein Bild vom fertigen Umbauprojekt.
Zu Beginn des Festaktes stand der Wortgottesdienst zum Thema Schöpfung und Umgang mit ihr, der von Kaplan Klima zelebriert und von der Imphausmusi musikalisch umrahmt wurde.
In seiner Ansprache stellte Landrat Georg Grabner die Wichtigkeit der Imkerei und den Bildungsauftrag des Lehrbienenstandes heraus. Besonders die Begeisterung der Jugend sei wichtig, wie er bei seinem Neffen beobachten konnte, der nach einem Kurs zu Honigbienen am Schülerforschungszentrum selbst zur Imkerei gefunden habe. Er freute sich, dass er mit der Berchtesgadener Landesstiftung die Möglichkeit hatte, das Projekt auch finanziell zu unterstützen.
Die Vertreter des LVBI Stefan Spiegl und Sepp Reitmeier gingen auf die Bedeutung des Lehrbienenstandes bei der Aufklärung der Bevölkerung in Bezug auf Artenschutz und Imkerei ein. Gerade bei der Diskussion um das Volksbegehren seien viele Fragen und auch Unwahrheiten aufgekommen, die nicht zielführend sind. Imkerei könne immer nur mit und nicht gegen die Landwirtschaft arbeiten. 3. Bürgermeisterin Margitta Popp schloss sich ihren Vorrednern an und wünschte alles Gute für die nächsten Jahre.
Dr. Peter Loreth von der Biosphärenregion BGL freute sich über die gelungene Kooperation bei der Gestaltung des Außengeländes. Hier konnte heimisches Blühwiesen-Saatgut verwendet werden, das durch die Mitarbeiter der Biosphärenregion mit dem E-Beetle gesammelt wurde. Auch mehrere Totholzstämme, gestiftet von den Bayerischen Staatsforsten, konnten als Nisthilfe für verschiedene Wildbienenarten auf dem Gelände des Lehrbienenstands aufgestellt werden. Damit sei der Imkerverein Freilassing und Umgebung e.V. des von der UNESCO ausgezeichneten Wildbienenprojekts. Er überreichte eine Infotafel, die die Bedürfnisse der Wildbienen erklärt und sofort am Lehrbienenstand aufgestellt wurde.

Bis in den späten Nachmittag hinein informierten sich zahlreiche Besucher über die neuen Möglichkeiten und die vielfältige Arbeit am Lehrbienenstand Eichetwald, die bei stündlichen Führungen erklärt wurden. Eine Bilderschau zeigte den Baufortschritt im letzten Jahr. Großen Anklang fand die Tombola mit hochwertigen Preisen. Hauptpreis war ein Bienenvolk. Die Saaldorfer Tanzlmusi ludt zum Zuhören und Verweilen bei Kaffee und Kuchen ein.